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Vaka Taumako Projekt
 


Seetüchtiges traditionelles Segelboot, 2002 gebaut im Rahmen des VAKA TAUMAKO-Projektes auf der Insel TAUMAKO (Solomon Islands)


Das Vaka Taumako Projekt (VTP) ist ein pädagogisches Projekt,

welches die Wiederbelebung traditioneller polynesischer Seefahrt

durch die Bewohner der Insel Taumako fördert und dokumentiert.


Das Projekt wurde durch einen der Ältesten auf Taumako, Koloso Kaveia, dem höchstrangigen Chief der Duff Inseln, gegründet, um
junge Menschen darin zu unterrichten, wie ein seetüchtiges, authentisches polynesisches  Segelboot unter Nutzung ausschließlich traditioneller Methoden und mit traditionell verwendetem Material zu bauen und zu segeln ist. Kaveia möchte ihnen dadurch die Möglichkeit zu einem eigenen Einkommen verschaffen, indem sie diese Boote selbst nutzen und verkaufen, anstatt von Jobs fern von ihrer Insel abhängig zu sein und anstatt Geld in die Anschaffung von z.B. Außenbord-Motoren, Holz, Segeltuch, Nägel, Seilen etc. zu stecken. Außerdem soll dadurch auch ihr Stolz auf ihre eigene Kultur wachgerufen und so eine Möglichkeit zur Identitätsbildung geboten werden.

Die jungen Taumakoaner sollen lernen, wie sie den Bau ihrer Boote und die noch vorhandenen Kenntnisse ihrer traditionellen Navigation nach den Sternen, dem Wind, den Wellen und Wolken, dem Vogelflug etc. dokumentieren können, um das alte Wissen zu erhalten und es mit anderen Interessierten zu teilen.

1993 bat Kaveia die Anthropologin, Dr. Mimi George, die damals die Insel besuchte, ihm bei diesem Vorhaben zu helfen. 1996 gründeten sie das Vaka Taumako („Boote für Taumako“) Projekt, angesiedelt sowohl auf dieser abgelegenen polynesischen Exklave im westlichen Süd-Pazifik sowie auf den Inseln von Hawai’i, wo sich seitdem das Projektbüro befindet.

Auf der winzigen Insel Taumako (ca. 7 km lang, 2 km breit und 388 m hoch) in der zu den Solomon Islands gehörenden Temotu-Provinz leben ca. 500 Menschen, welche noch als einzige Polynesier in der Lage sind, seetüchtige  Segelboote auf komplett traditionelle Weise zu bauen und zu segeln. Angesiedelt außerhalb des sog. polynesischen Dreiecks und fern von den wichtigen Schifffahrtslinien, haben sie nur wenige der Annehmlichkeiten und Möglichkeiten zur Zerstreuung, die uns das Leben im 21. Jahrhundert bietet. Taumako hat keine Straßen, kein Telefon, keine Elektrizität, keinen Flughafen und nicht einmal einen sicheren Ankerplatz. Und es kann keine wirtschaftlichen Perspektiven für junge Männer anbieten, um diese auf der Insel zu halten. Nachrichten über die Außenwelt kommen per Seefunk über ein ausgedientes Funkgerät oder durch kurze Stopps von Regierungsschiffen in irregulären Zeitintervallen von einigen Monaten.

Notwendigerweise leben die Bewohner Taumakos so, wie andere Inselbewohner in den Weiten des Ozeans es schon Tausende von Jahren getan haben, nämlich vom Subsistenzanbau und vom Fischen. Und sie nützen natürliche Materialen und Überlebenstechniken, welche Polynesier in wirtschaftlich besser entwickelten Gegenden längst verlernt und vergessen haben.

Nach alten Berichten befuhren in der Provinz Temotu  Hunderte der traditionellen Segelboote das Meer - die meisten davon auf Taumako gebaut. Aber ungefähr im Jahre 1960 unterbanden kolonialistische und missionarische Verbote die traditionelle Art des Handels und Reisens. Und die Einführung der Geldwirtschaft und der Einsatz von Regierungsschiffen taten ihr übriges. Diese Regierungsschiffe aber und der Handel, den sie betrieben, boten keinen effizienten Transport, keine ökonomischen Perspektiven und auch keine Gelegenheit zur Bildung kultureller Identität. Prachtvolle, steinzeitlich anmutende Fahrzeuge wie diese, welche die Polynesier zu den erfolgreichsten Seefahrern machten, lagen nun verrottend an Land. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, mit welchen sie geschaffen wurden, starben mit den Alten aus und die Taumakoaner waren in Gefahr, das Wissen über Bootsbau und Navigation zu verlieren und mit ihm den spirituellen Unterbau ihrer Kultur.

1996 konnte mit den Arbeiten an „Vaka Taumako“, wie das erste, nach nahezu 40 Jahren gebaute traditionelle Segelboot genannt wurde, begonnen werden. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung des Vaka Taumako Projektes und großzügige Spenden von Einzelpersonen aus aller Welt. Taumakoaner, welche für Bargeld auf anderen Inseln arbeiteten, waren nun in der Lage, nachhause zu kommen, um am Boot zu arbeiten. Die gesamte Inselbevölkerung arbeitete zusammen – vom Baumfällen für den Hauptrumpf bis zur Herstellung von Schnüren und Seilen für den Ausleger, vom Weben der Matten für das Segel bis zur Ausrichtung der Feste, die 18 Monate lang an nahezu jedem Arbeitstag gefeiert wurden.

Das Projekt begann auch, die Jugend von Taumako darin zu unterrichten, wie man die Arbeit mit einer Videokamera dokumentiert, so dass andere außerhalb von Taumako dieses alte Wissen, welches in der Vergangenheit traditionell in speziellen Familien geheimgehalten wurde, nützen können.

 
Was hat das Vaka Taumako Projekt bisher getan?

 
1996:   Unterstützung  von Taumakoanern heimzukehren,  um mit              dem Bau eines seetüchtigen Segelbootes, genannt „Vaka Taumako“, zu beginnen.

Beginn des Trainingprogramms für junge Menschen auf Taumako in Video- und anderen modernen Techniken der Dokumentation.
 
1997:   Stapellauf von „Vaka Taumako“.

 1998:   Vier Taumakoaner besuchen Hawai’i als Teil eines kulturellen Austauschprogramms und Chief Kaveia entdeckt dabei unbestreitbare Verbindungen zwischen dem Kulturhelden „Lata“ aus Taumako (welcher das erste Boot baute) und Hawai’is „Laka“.

Erste traditionelle Seereise von „Vaka Taumako“ nach 40 Jahren zu den Reef Islands.

Produktion von zwei kurzen Videofilmen: „The Heirs of Lata – A Renewal of Polynesian Voyaging“ und „Vaka Taumako – The First Voyage“.

Chief Koloso Kaveia und andere Temotu-Chiefs vereinbaren den Wiederaufbau eines traditionellen Handels-Netzwerkes und Bewohner der benachbarten Reef Islands schließen sich dem VTP an.

1999:   Sieben Taumakoaner/innen besuchen Hawai’i und beginnen mit dem Bau eines kleinen, seetüchtigen Segelbootes, welches von jungen Menschen in Hawai’i genutzt werden soll, um die Kunst der alten polynesischen Seefahrt zu lernen.

Ärzte, medizinisches Personal und das Wilcox Hospital in Kaua’i (Hawai’i) machen eine kostenlose Star-Operation an beiden Augen des Paramount-Chiefs möglich.

Aufgrund seiner wiedergewonnenen Sehkraft beginnt Chief Kaveia mit der Unterrichtung der Jugend in Taumako in traditioneller Sternen-Navigation.

2000:  Eröffnung des VTP-Archivs auf Kaua’i (Hawai’i).

Transfer und Katalogisierung von über hundert Stunden unbearbeiteten Videomaterials.

Produktion eines kurzen Videofilms: „Through our Eyes“.

Chief Kaveia, seine Tochter, Vaka Taumako, und sein Dolmetscher, Mostyn Vane, sind auf Kaua’i, um die Kontakte zu hawaiianischen Projekten, die sich ebenfalls mit dem traditionellen polynesischen Bootsbau beschäftigen, auszubauen und den Bau eines traditionellen Bootshauses sowie die Gründung einer Schule für traditionelle Navigation in Taumako zu planen.

Transport des von Taumakoanern  im Vorjahr angefertigten Hauptrumpfes des Segelbootes „Tealolili Kaua’i“ zum Meeresufer.

2001:   Bau des Bootshauses (Halevaka) und Beginn des Unterrichtes in der LATA NAVIGATION SCHOOL.

Bau von zwei weiteren kleineren traditionellen Segelbooten.

2002:  Eröffnungszeremonie für das Bootshaus und Stapellauf der beiden neuen Segelboote. 

Filmaufnahmen auf Taumako und Produktion eines Dokumentarfilmes durch einen deutschen Filmemacher.

2003: Produktion und Sendung des Dokumentarfilms "Polynesier - Nomaden der Südsee" in der Reihe "ZDF Expeditionen - Magische Welten" im ZDF

2004/05: Ausarbeitung und Einreichung von umfangreichen Förderanträgen bei verschiedenen Institutionen.

2006: Die Taumako-Bewohner wehren sich mit Unterstützung des Projektes gegen den jahrelangen physischen und psychischen Terror durch zwei iherer Gemeindemitglieder mit 32 Anklagen vor Gericht. Die Kosten werden von einem australischen Spender getragen.

2007/08: Eine Gruppe von WissenschaftlerInnen setzt auf Taumako die Dokumentation über den traditionellen Bootsbau und die traditionelle Nvigation nach Naturelementen fort. Es werden auch die Kultur und die sozialen Bedingungen für das Leben der Menschen auf der Insel dokumentiert.

Weiteres und Pläne ab 2008 siehe www.vaka.org unter "Updates" und "Aktuelles" auf unserer Homepage


Projektleiterin
Dr. Mimi George

Adresse:

Vaka Taumako Project
PO Box 712
Captain Cook, Hawaii 96704
USA

Tel./Fax: 001 808 328 1318

E-mail: vaka@aloha.net

Website: www.vaka.org

 
Das Projekt ist in den USA eingebunden in den gemeinnützigen Verein „Pacific Traditions Society“.
 
In Deutschland können Sie es unterstützen durch Mitgliedschaft im
und/oder Spenden unter dem Stichwort „Vaka Taumako Projekt“ an den 

Verein zur Förderung kultureller Traditionen

Am Rain 17
83088 Kiefersfelden
Tel. 08033-609108 oder 609107

Konto-Nr. 500428669, BLZ 71150000 , Sparkasse Rosenheim

Der Verein ist durch Bescheinigung des Finanzamtes Rosenheim vom 14. Mai 2004, AZ: 156/111/30411  für weitere 5 Jahre als gemeinnützig anerkannt. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind damit  im Sinne des § 10b des Einkommensteuergesetzes steuerlich absetzbar.

 

 

 
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